Die vierzehn Regeln, mit denen das Orakel aus Druck, Wetter und Live-Messungen eine Thermik-Vorhersage baut.
Die Walchensee-Thermik entsteht durch Hangheizung an den Südflanken von Herzogstand (1 731 m) und Jochberg (1 565 m). Erwärmt sich der Hang, steigt Luft auf und zieht kühle Luft aus dem Kochelsee-Becken (600 m) nach — komprimiert durch den Sattel zwischen den Gipfeln als Düseneffekt zum konsistenten N-bis-NNE-Wind. Die Grundformel: klare Nacht → starke Auskühlung → ungehinderter Morgensonnenschein auf den Hängen → Thermik ab Mittag. Das Orakel prüft 14 Bedingungen, die diesen Mechanismus begünstigen oder blockieren.
Ausführliche Hintergründe (Meteorologie, Schwellenwerte, Kalibrierung) im technischen Modell-Dokument auf GitHub.
docs/thermal-model.md
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Druckgradient (München − Innsbruck)
Luftdruck-Differenz München − Innsbruck. Positives Delta ≥ −1.0 hPa treibt die Nord-Süd-Thermik an.
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Föhn (Bozen − Innsbruck)
Luftdruck-Differenz Bozen − Innsbruck. Positives Delta ≥ 4 hPa signalisiert Föhn — zerstört die Thermik.
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Nächtliche Abkühlung
Mittlere Bewölkung 22:00 Vortag bis 06:00. Über 30 % schwächt die nächtliche Abkühlung und damit den Tagesgang.
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Sonneneinstrahlung
Peak-Sonneneinstrahlung zwischen 09:00 und 13:00. Unter 600 W/m² reicht die Hangheizung nicht für eine saubere Thermik.
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Taupunkt-Abstand
Kleinster (T − Td)-Abstand 09:00–13:00. Unter 2.5 °C geht Sonnenenergie in Verdunstung statt Lufterwärmung.
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Grenzschicht-Höhe
Grenzschicht-Höhe 09:00–13:00. Unter 600 m bleibt die Thermik gedeckelt; ab 1000 m tiefe Durchmischung.
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Bodenfeuchte / Regen
Nasser Boden (Regen gestern ≥ 2 mm oder Bodenfeuchte > 0.35 m³/m³) leitet Sonnenenergie in Verdunstung statt in Hangheizung.
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Atmosphärische Stabilität
Lifted Index 09:00–13:00. LI ≥ +10 = Atmosphäre zu stabil (Thermik gedeckelt). Gewittergefahr bewertet ein eigener Klassifikator aus mehreren Nachmittags-Konvektionsfaktoren (CAPE, LI, Scherung, CIN …) — nicht der LI allein.
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Tagesbewölkung
Max. tiefe Bewölkung 09:00–13:00. Über 60 % beschattet Herzogstand/Jochberg-Hänge und stoppt die Hangheizung.
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Keine Einstrahlung
Harte Sperre: dichte Tagesbewölkung (≥ 70 %) UND niedrige Morgenstrahlung (≤ 400 W/m²) zusammen — ohne Sonne keine Hangheizung, keine Thermik. Einzeln sind beide nur weiche Signale; die Kombination ist eindeutig.
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Höhenwind (850 / 700 hPa)
850 hPa Windrichtung am Morgen-Peak + 700 hPa Querströmung. SSE-Strömung 150–210° läuft gegen die N-Thermik; > 25 kt in 700 hPa entkoppelt das Tal.
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Synoptik-Wind
Wind in 850 hPa (~1500 m) 09:00–13:00. Über 15 kt zerstört oder deformiert die lokale Thermikzelle.
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Thermik-Zündung (Live)
Aktuelle Messwerte Urfeld-Boje + DWD-Station. Ab 8 kt Mittelwind gilt die Thermik als gezündet.
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See-/Lufttemperatur
Luft−Wasser-Temperaturdifferenz. Kalter See (Luft wärmer als Wasser um > 10 °C) bremst die Frühjahrs-Thermik; warmer See unterstützt sie. Bojen-Wassertemperatur + Open-Meteo-Lufttemperatur.
Kurze Erklärungen zu den Fachbegriffen, die in den Regeln und in der Tagesbegründung auftauchen.